Freitag, 20. April 2018

Unerhört! - AfD ist gegen Christenverfolgung!

Wenn's mal wieder spät wird im Bundestag: Gestern Abend diskutierte man aufgeregt im Plenum über einen Antrag der AfD-Fraktion, die Verfolgung oder Diskri-
minierung von Christen mit Sanktionen zu belegen
. So solle man z.B. die Auszah-
lung von Entwicklungshilfe in solche Länder streichen, die Christen verfolgen und außerdem spezielle Flüchtlingskontingente (Antragstext ---> HIER !) für verfolgte Christen einrichten.
Das war den anderen Fraktionen denn doch zu arg: Der Hauptvorwurf gegen die AfD lautete, diese wolle das Thema doch nur hochspielen, um Stimmung gegen Muslime zu machen und um sich als vermeintlicher Retter des Christentums aufzuführen. Es gelte, die Menschenrechte aller
zu verteidigen und nicht nur diejenige von bestimmten Gruppierungen. Außerdem würden in den entsprechenden problematischen Ländern oft auch andere Religionsgemeinschaften unterdrückt und nicht nur die Christen.
Jedenfalls wurde es laut und emotional im Bundestag, was nicht allzu oft vorkommt. Die Provokation hat funktioniert, und nun ist das Thema erst mal vom Tisch. 

Vielleicht lässt sich irgendwann mal mit mehr Sachlichkeit darüber reden? Oder wie könnte man sich des Themas Christenverfolgung in
der Politik mal intensiver annehmen?

Man schaue ---> HIER und HIER und AfD-Redebeitrag HIER ! 

Liebe Leser, wenn Sie ergänzend zum Thema gute Linktipps haben - Bitte her damit! 

Kommentare:

  1. Hätte sich der Bundestag bereits früher intensiv
    und mit Konsequenzen statt nur blabla des Themas ange-
    nommen, wäre der Antrag der AfD überhaupt nicht nötig!
    Leider wird das Thema aber allzu gerne unter den Teppich
    gekehrt, auch in den Medien wird es gerne verharmlost!

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  2. Dem "Kreuzknappen" danke für seine faire Berichterstattung!
    Meines Erachtens war das eine ganz bewusste Show und Provo-
    kation der AfD, von der bekannt ist, dass viele Mitglieder
    und Funktionsträger dem Christentum eher skeptisch bis ab-
    lehnend gegenüberstehen. Rauland bezeichnet sich m.W. mal
    als "Kulturchristen", das war's dann auch schon.
    Jedenfalls wird es beim Auftritt des AfD-Abgeordneten beim
    Katholikentag nicht an Brisanz mangeln!

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    1. @Ricarda

      Ja, das hat Gauland über sich selbst gesagt, und er hat noch viel mehr gesagt, auch Entlarvendes zum Stichwort „AfD und Christentum“ – und diese Sätze wiederum werfen ein sehr sonderbares, ein entlarvendes Licht auf den aktuellen Antrag der AfD zur vorgeblichen Christenverteidigung, und sie rufen zumindest in mir, gerade als katholischem Menschen, nur Schaudern hervor:

      „Gauland sagte …, es gehe der AfD in ihrer Frontstellung gegen den Islam nicht um die Verteidigung des Christentums, sondern um die Abwehr des kulturell Fremden. „Wir wollen nicht das Christentum im religiösen Sinne verteidigen.“ Die Wähler der AfD wollten aber, dass man für „ihr So-Sein“ kämpfe, für alles, „was man von den Vätern ererbt“ habe. „Das Christentum ist dafür dann eine Metapher.““

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-vize-gauland-beleidigt-jerome-boateng-14257743.html

      Gauland: „Wir sind keine christliche Partei. Wir sind eine deutsche Partei, die sich bemüht, deutsche Interessen wahrzunehmen.“ Diese Interessen bestünden darin, eine „kulturelle Tradition“ gegen „raumfremde Einwanderung“ zu verteidigen, die vom Islam ausgehe.

      „Ich bin nicht gläubig. Ich bin vielleicht so etwas wie ein Kulturchrist.“ Zwar sei er aus Gründen der Familientradition weiterhin protestantisches Kirchenmitglied, doch „vor allem die evangelische Kirche ist mir höchst unsympathisch“.

      https://www.tagesspiegel.de/politik/afd-vom-katholikentag-ausgeladen-gauland-ich-bin-vielleicht-so-etwas-wie-ein-kulturchrist/13634258.html

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  3. Ausgerechnet die //Ironiemodus ein// abgrundtief christlich geprägte //Ironiemodus aus// AfD spielt sich plötzlich als vehemente, geradezu rabiate Verteidigerin von Christen auf? Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass das bloß vorgeschoben ist, in Wirklichkeit geht es wie üblich um Stimmungsmache gegen Muslime. Dazu wird alles, was geeignet scheint, genutzt/benutzt.

    Deshalb schließe ich mich folgenden Reaktionen auf den AfD-Antrag vollumfänglich an:

    „Die Union kritisiert den AfD-Antrag und weist darauf hin, dass sie sich seit Jahren weltweit für ein Ende der Christenverfolgung stark mache. Der menschenrechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Michael Brand (CDU), betonte auf Anfrage, dass die Union „beharrlich und durch konkrete Initiativen“ den Einsatz gegen Christenverfolgung zu einem zentralen Thema gemacht habe. „Es geht uns um das Schicksal verfolgter Christen, im Gegensatz zum AfD-Antrag, der als Aufhänger dient, um Stimmung gegen Muslime zu machen.“ Brand führte weiter aus: „Unser Einsatz für die Religionsfreiheit schließt immer alle Menschen ein, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.“

    Der Vorsitzende des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte, wies vor dem Hintergrund der Debatte darauf hin, dass der Stephanuskreis sich für regelmäßige Berichte zur Lage der Religionsfreiheit und für den nun installierten Beauftragten für Religionsfreiheit stark gemacht habe. Der Stephanuskreis setze sich für Christen ein, aber wolle sie anders als die AfD nicht bevorzugen, ergänzte Hirte: „Wer sich in den Ländern, in denen keine Religionsfreiheit herrscht, exklusiv für Christen einsetzt, wird keinen Frieden unter den Gläubigen bekommen, sondern nur neuen Hass säen.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-will-christenverfolgung-sanktionieren-15551304.html

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  4. Ergänzung zu dem in meinem Kommentar erwähnten „Beauftragten für Religionsfreiheit“:

    Wurde hier beim Kreuzknappen schon mal drauf hingewiesen, dass es neuerdings das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit gibt? Union und SPD hatten dies im Koalitionsvertrag vereinbart. Zur Begründung heißt es, das Recht auf Religionsfreiheit werde weltweit zunehmend infrage gestellt oder komplett eingeschränkt. Hervorgehoben wird der Einsatz für verfolgte Christen in vielen Ländern der Welt. Zum ersten Amtsinhaber wurde am 11. April der CDU-Bundestagsabgeordnete Markus Grübel ernannt, ein engagierter Katholik.

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/ein-katholik-wird-beauftragter-fur-religionsfreiheit

    https://www.ekd.de/beauftragter-fuer-religionsfreiheit-benannt-33441.htm

    http://www.markus-gruebel.de/aktuelles/details/archive/2018/april/artikel/markus-gruebel-wird-beauftragter-der-bundesregierung-fuer-weltweite-religionsfreiheit.html?tx_ttnews%5Bday%5D=12&cHash=2597f1ac834fe142f25a443e1aa3b0d1

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  5. Die AfD ist hier unglaubwürdig,
    oder hat sie sich schon mal ganz besonders
    für Christliche Werte eingesetzt?
    Wir sollten diese parlamentarische Eintagsfliege einfach
    vergessen.

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