Sonntag, 29. April 2018

Unfeines Nachtreten auf katholisch? - Nach Hinweis der Würzburger Bistumsspitze sagt Kardinal Koch Teilnahme am Fatimatag wegen Neupriester ab!

Das kann man sicher so oder
so sehen. Die Teilnahme des prominenten Besuchers aus Rom war fest vereinbart, aber nun hat Kardinal Koch seine Teilnahme am Fatimatag in Retzbach (Bistum Würzburg) nach einem entsprechenden Hinweis des Diözesan-Administrators Weihbischof Ulrich Boom abgesagt. - Seine Begründung: Daran nehme auch jener Jungpriester teil und spende den Primizsegen, der wegen seiner jetzt von ihm bereuten Vergangenheit (judenfeindliche Witze vor fünf Jahren im Priesterseminar Würzburg  ---> HIER !) in die Kritik geraten ist.

Der Diözesan-Administrator habe dem Kardinal einen Tipp gegeben,
heißt es, dass ein gemeinsamer Auftritt mit dem umstrittenen Neupriester "ein Problem" für Koch sein könne, und der hat prompt angebissen und  wegen des Verhältnisses zum Judentum lieber abgesagt.
Der Präsident des Zentralrats der Juden hatte in den Medien die Weihe
des Kandidaten durch den Eichstätter Bischof Hanke kritisiert und erklärt, er nehme dem jungen Mann seine geistige Umkehr nicht ab (obwohl das wohl eine Ferndiagnose sein dürfte)...

Das Bistum Würzburg war ziemlich pikiert, als es kürzlich von
der Priesterweihe dieses Mannes erfuhr, denn in Würzburg war er aus
dem Seminar rausgeflogen.

Das scheint ja mal wieder ziemlich unglücklich gelaufen zu sein.
Ist es gar ein katholisches Nachtreten des Nachbarbistums, das im Grunde Bischof Hanke treffen soll?

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Ich halte die wiederholte Äußerung des jüdischen
    Verbandschefs über den angeblich nicht innerlich
    umgekehrten Jungpriester für falsch und übertrieben.
    Wie ich schon äußerte:
    Das kann letztlich kein Journalist und auch sonst kein
    Außenstehender beurteilen. Schließlich haben sich Psycho-
    logen, geistliche Begleiter, der Bischof und der Kandidat
    selbst monatelang damit auseinandergesetzt.
    Bekanntlich hat der künftige Priester sogar eine Therapie
    mitgemacht und in einer WG zusammen mit einem Flüchtling
    gelebt. Man sollte jetzt nicht päpstlicher als der Papst
    sein, und dem Vertreter der jüd. Gemeinden stände es gut an,
    Barmherzigkeit und guten Willen zu zeigen.

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  2. Eine sehr unschöne Sache!
    Das Bistum Würzburg macht dabei keine gute Figur.
    Wenn man schon meint, dem Jungpriester und Bischof Hanke
    ans Bein pinkeln zu müssen, dann doch bitte etwas diskreter.
    Muss ja nicht jeder wissen,
    wie es innerhalb der Führungsspitze der katholischen Kirche
    in Deutschland zugeht...!

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  3. ein Priester (76 Jahre)29. April 2018 um 19:22

    Wenn eine Bistumsspitze dem bloßen und unbewiesenen
    Verdacht eines jüdischen Führers mehr vertraut als
    einem Nachbarbischof, dann ist das auch eine Aussage.
    Vielleicht sollte man sich im Bistum Würzburg
    auch mal das Thema Barmherzigkeit durch den Kopf gehen
    lassen und das Stichwort "zweite Chance".
    Für mich ist der junge Mann glaubhaft, nach Therapien
    und vielen Gesprächen beteuert er, dass er heute
    nicht mehr so denkt wie früher.

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  4. Das Bistum Würzburg enttäuscht.
    Offenbar zweifelt man die Gültigkeit der Priesterweihe
    an, ein schwerwiegender Vorgang - und eine Diskriminierung
    des betreffenden Jungpriesters.
    Dass man auch noch Bischof Hanke mit dieser schroffen
    Reaktion vor den Kopf stößt, kommt noch hinzu.
    Weihbischof Boom hat in diesem Falle keine glückliche
    Hand gehabt.

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  5. Ein Münchner auf Erden30. April 2018 um 06:12

    Was soll dieses alberne Gezänk unter Katholiken?
    Wenn der Kardinal nicht kommen will,
    dann soll er eben daheim bleiben.
    Und wenn der Würzburger Administrator wissen will,
    wie der betreffende Jungpriester "tickt", dann soll er
    das machen, was der Anstand schon gebietet:
    Dann soll er ihn zu einem ausführlichen Gespräch einladen.
    Als Christen reden wir nämlich nicht übereinander,
    sondern miteinander.
    Das kapieren manche Bischöfe nicht.

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  6. Warum kann man keine Judenwitze machen?
    Und muß sich dann sogar in einer Therapie verkrampfen?
    Es werden soviele Witze über alles und alles mögliche gemacht. Über solche überspitzten Klischees entlädt sich virulente Kritik im Volke doch auch recht harmlos und staut sich gerade nicht zum Exzess an.

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    1. @Fatima

      Bei Ihrer so was von dreisten Verharmlosung kommt mir echt die Galle hoch. Es geht hier nicht um irgendwelche „Judenwitze“ (wie sie z. B. gerade auch im Judentum selbst und das durchaus selbstironisch üblich sind). Sondern bei besagtem, vorgeblich geläuterten Neupriester geht es laut Untersuchungsbericht aus 2013 hierum:

      Presseerklärung von Norbert Baumann, Vorsitzender der externen Untersuchungskommission zur Aufklärung der Vorwürfe rechtsradikaler Vorgänge im Priesterseminar Würzburg, daraus:

      „Ein Alumnus (gemeint ist der jetzt zum Priester geweihte Michael Polster) erzählte … völlig inakzeptable und unerträgliche „KZ-Witze“, womit die fabrikmäßige Ermordung unzähliger jüdischer Kinder, Frauen und Männer im Dritten Reich zum Gegenstand von Spott und Hohn gemacht wurde.
      Dieser Alumnus und ein weiterer haben jeweils einmal im nicht-öffentlichen Bierkeller des Priesterseminars Adolf Hitler, wie es ausgedrückt wurde, ‚imitiert‘ und ‚parodiert‘, wobei mindestens einmal der Hitlergruß gezeigt wurde. …
      Einer von diesen Seminaristen rief beim Mittagstisch nach einem „Neger zum Abräumen“. …
      Der andere Seminarist besuchte am 20. April 2013 ein Konzert der Band »Frei.Wild«, wozu er sich vom Besuch eines Gottesdienstes dispensieren ließ.
      Ein weiterer Alumne hat im Hinblick auf die Demonstration »Würzburg ist bunt – nicht braun« gegenüber anderen Alumnen im nicht-öffentlichen Bierkeller des Priesterseminars geäußert, den Teilnehmern dieser Demonstration gehöre „eine reingehauen“ oder „auf die Fresse gehauen“.
      Im Priesterseminar wurde keine rechtsradikale Musik abgespielt. Allerdings wurde wiederholt dort der Badenweiler Marsch abgespielt, im Wissen, dass es sich dabei um »Hitlers Lieblingsmarsch« handelte.“

      https://www.wiesentbote.de/2013/07/31/erzbistum-bamberg-kein-braunes-netzwerk-im-wuerzburger-priesterseminar/

      Und noch was: Der heute 30-jährige Mann war damals in Würzburg immerhin schon 25 Jahre alt – es war also keine „Jugendsünde“. Bzw. völlig haarsträubend finde ich das, was Polster selbst kürzlich als „Entschuldigung“ zu den Vorfällen von damals geäußert hat: Er habe in einer "kindlich naiven Art" Dinge von sich gegeben, die auch viele Menschen verletzt hätten. „Kindlich naiv“, wenn ein 25-Jähriger übelste KZ-Witze erzählt und Hitler parodiert? Ob eine (bei ihm erfolgte) Psychotherapie davon wirklich „heilen“ kann – daran habe ich doch Zweifel.

      Und: Ich finde es von diesem Neupriester schon dreist (oder „unsensibel“, oder evtl. auch eine gezielte Provokation, und evtl. deutet es auch auf mangelnde Läuterung hin), zwei „Nach-Primizen“ ausgerechnet in dem Bistum (Würzburg) feiern zu wollen, in dem er aus dem Seminar geflogen ist.

      UPDATE: Inzwischen ist nicht nur die Nach-Primiz in Retzbach, sondern auch die in Kälberau abgesagt.

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    2. Lieber Leser Tacheles,
      ich kann Ihre Erregung verstehen.
      Dem würde ich sogar zustimmen, wenn ich nur IHRE
      Meinung kennen würde.
      Menschen, die ihn näher kennen bzw. ihn erlebt haben,
      beurteilen ihn völlig anders.
      Kann es sein, dass es Ihnen an Barmherzigkeit mangelt?

      https://www.youtube.com/watch?v=lx79IBzG_hQ

      Zitat: "Das sind drei ganz Nette...!"

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    3. Tacheles, dann schauen Sie bloß nicht
      dieses Video !

      https://www.youtube.com/watch?v=i8u_b09jJRs

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    4. @Sebastian,

      ist mir alles bestens bekannt … hab ja auch den jüdischen Witz incl. Fähigkeit zur Selbstironie (also Judenwitze durch Juden) extra oben erwähnt, und ich hab auch jüdische Freunde, die solche Witze erzählen, sogar „schwarze Witze“ über die Zeit von Naziterror und Schoah.

      NUR: Wenn die „Betroffenen“ das machen, dann ist das völlig o. k. und etwas ganz anderes, als wenn das Seminaristen in einem katholischen Priesterseminar in einer rechtsextrem-antisemitisch-menschenverachtenden Gemengelage tun – dann handelt es sich, wie es im oben erwähnten Untersuchungsbericht des Bistums Würzburg heißt, um „völlig inakzeptable und unerträgliche „KZ-Witze“, womit die fabrikmäßige Ermordung unzähliger jüdischer Kinder, Frauen und Männer im Dritten Reich zum Gegenstand von Spott und Hohn gemacht wurde“; wohlgemerkt: von angehenden katholischen Priestern.

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  7. Es kann kaum sinnvoll,sein, wenn der in Würzburg gechasste Priesteramtskandidat mit seinem "Primizsegen" nun auf eine Tournee geht, um damit die herzen von Konservativen zu erfreuen.
    Am allerwenigsten im Bistum Würzburg. Sein Heimatbistum ist Bamberg. Die Gründe für seine Entfernung waren sicherlich keine Kleinigkeiten. Er gibt zu erkennen, daß er das weder versteht noch akzeptiert und stattdessen provozieren will.

    Nach neuestem Stand ist das "Primizsegnen" abgesagt und das hätte von Anfang durch das Bistum unterbunden gehört.
    Formen von Takt und Rücksichtnahme hat der Mann in seiner langen Ausbildung wohl trotzdem nicht gelernt.

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    1. MA,
      Ihre menschenverachtende Ausdrucksweise "geschasst",
      "auf Tournee geht" spricht genug über die Qualität
      Ihres Beitrages.
      Jeder Priester darf weltweit zelebrieren, das dürfte
      Ihnen eigentlich bekannt sein.

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