Samstag, 21. April 2018

Vom Papst zum Gespräch nach Rom gewünscht: "Kardinal Marx hat sich wohl verrechnet"

Die Wogen gehen immer noch hoch in Sachen Kommunion-
empfang für nicht katholische Partner.
Gestern berichtete ich über die Stellungnahme von Bischof Ackermann, und inzwischen dreht sich das Karussell der Wortmeldungen weiter.
So findet der zukünftige Bischof  von Würzburg,
die Deutsche Bischofskonferenz "hat keine Botschaft, sondern sie ist die Botschaft" (---> HIER !), und zwar von unchristlichem Umgang mit Zank und Streit in aller Öffentlichkeit.
Das soll heißen:
  Ihr hättet mal besser geschwiegen - das ist ein guter Rat, der allerdings auch für andere Bischöfe und Demnächst-Bischöfe gelten sollte. Und vielleicht auch für diejenigen katholischen Journalisten, die das Ganze erst in die Öffentlichkeit gezerrt haben (Gruß nach Köln!).


                    Wer hat eigentlich noch nichts dazu gesagt?
Inzwischen befassen sich immer mehr Medien mit dem Thema, so z.B.
der linksliberale "Tagesspiegel" aus Berlin, und zwar mit der Schlagzeile "Kardinal Marx hat sich wohl verrechnet". - Und man meint da, in Rom werde sehr genau beobachtet, wie sich Kardinal Marx verhalte; das klingt so, als hätten da einige noch eine Rechnung mit ihm offen... ---> HIER !
Unterdessen erreicht uns auch  - wie könnte es auch anders sein - die Wortmeldung von Kardinal Müller (hat Kardinal Kasper eigentlich noch nichts dazu gesagt?):  Er weist sehr ausführlich darauf hin, dass ein Denkfehler darin liege, "die Gemeinschaft in den Sakramenten" faktisch beim Kommunionempfang von der Zugehörigkeit zur Kirche zu trennen, was dazu führe, dass die wohlwollende Pastoraltheologie andere Aussagen treffe als die dogmatische Theologie...  ---> in englischer Sprache HIER !

Mal eine Bitte an sämtliche Bischöfe:  Wer dazu noch etwas sagen möchte vor dem Gespräch mit dem Papst, der möge es bitte sehr bald tun   - oder aber schweigen...!

Kommentare:

  1. "Wer dazu noch etwas sagen möchte vor dem Gespräch mit dem Papst, der möge es bitte sehr bald tun - oder aber schweigen...!"

    Bevor Kardinal Marx schweigt, sollte er noch seine Sicht über den Fall "Altomünster" darlegen.

    AntwortenLöschen
  2. Wie Bischof Hanke schon richtig erklärt hat,
    ist der eigentlich Schuldige an der Misere und dem
    schlechten Bild in der Öffentlichkeit jener Kölner Journa-
    list, der aus leicht nachvollziehbaren Gründen das ihm zu-
    gespielte streng vertrauliche Papier veröffentlicht hat.
    Ausgerechnet einem ehemaligen Priester fällt sowas ein,
    und vermutlich auch deshalb, weil er ein Gegner Woelkis ist
    und eine günstige Gelegenheit zur Abrechnung sah.
    Die Bischöfe hatten überhaupt nicht vor, ihre Meinungs-
    verschiedenheit zu veröffentlichen!
    Bischof Hanke wörtlich:
    "Was schade ist, dass der Brief an die Öffentlichkeit kam, denn er war nicht als Politikum gedacht sondern als sachorientierte Prüfungsangelegenheit."

    Wenn also schon davon gesprochen wird, dass der Kirche
    damit Schaden zugefügt wurde, wie es der neue Bischof von
    Würzburg tut, dann sollte er bitte auch so konsequent sein
    und die GANZE WAHRHEIT sagen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ordinariatsgeschädigter21. April 2018 um 12:04

      Es ist ja nicht so,
      als wenn Journalisten immer und überall
      alles veröffentlichen würden, was ihnen vertraulich
      zugespielt wird.
      Jeder Journalist muss sich fragen, was er damit
      ggf. anrichtet.
      Im konkreten Falle ist für die Öffentlichkeit kein
      Nutzen erkennbar, sondern es wurde ein Schaden ver-
      ursacht.
      Ich gehöre zu denen Leuten, die vermuten, dass man
      dies bei zukünftigen Dingen nicht vergisst.
      Es wäre ein Gebot der Fairness und der journalistischen
      Sorgfalt gewesen, erst mal mit Woelki zu reden,
      aber das wollte der Schreiber offenbar nicht.
      Ein Traurerspiel.

      Löschen
  3. Der Einfluss von Kardinal Marx im Vatikan wird überschätzt.
    Weil sie so reich ist, hält sich die katholische Kirche
    Deutschlands ja für den Nabel der Welt, aber ein dicker Geld-
    beutel macht noch lange keinen überzeugenden Eindruck!
    In Rom gibt es reichlich Leute, die den Kurs von Marx mit
    Misstrauen beobachten.
    Mit dem Papst hat Marx es auch nicht so dicke, wie manche
    Journalisten vermuten; er sieht ihn etwa alle zwei Monate
    mal, mehr ist das nicht. Leute wie Gänswein dagegen haben
    fast täglich Kontakt.

    AntwortenLöschen
  4. Ich glaube auch, dass Marx‘ Einfluss gesunken ist. Vielleicht war das Verhältnis mal besser-man (ich auch) hatte den Eindruck, auch weil er in die K9-Gruppe berufen wurde.
    Gänsweins Einfluss und das Verhäktnis zum Papst hingegen scheint sich deutlich verbessert bzw gestiegen zu sein.
    So kann man sagen: Der eine hat aufgepasst und gelernt, der andere nicht. So ist das ja häufig bei Menschen, die an völlig unbegründetem, zu großem Selbstbewusstsein und massiver Selbstüberschätzung leiden.
    Das wird sich dann irgendwann rächen. Vielleicht jetzt gerade bei Marx.

    AntwortenLöschen
  5. Ich lach mich kaputt! Da wird hier doch tatsächlich die „eigentliche Schuld an der Misere“, der Schwarze Peter, dem Journalisten Joachim Frank zugeschoben, der die Sache publiziert, laut dem Kreuzknappen sogar „an die Öffentlichkeit gezerrt“ hat. Ja um Himmels willen, so etwas zu publizieren ist doch schlicht und einfach die Aufgabe eines Journalisten! Der „Rat“ des Kreuzknappen (auch bzw. „vielleicht auch“) in Richtung des/der Kölner Journalisten, besser zu schweigen bzw. geschwiegen zu haben, deckt sich nicht mit meinem Verständnis von freier Berichterstattung. „Schuld an der Misere“ – wenn man denn von „Schuld“ sprechen will – sind einzig diejenigen, die es dem Journalisten, aus welchen Gründen immer, durchgestochen haben.

    Ich wiederhole kurz das, was ich hier neulich schon mal geschrieben habe:

    - Wenn einem Journalisten, zumal einem nicht bei der Kirche angestellten, das Schreiben Woelkis an „Rom“ aus gut unterrichteten Kreisen (zuverlässiger, gleichzeitig zu schützender Quelle) zugeht und er auch vom Schreiben Woelkis an Marx und von Marx´ Antwortschreiben erfährt und damit von Vorgängen, die von einem großen Zerwürfnis und Misstrauen zwischen den Bischöfen zeugen und die offenkundig geheim gehalten, verschwiegen werden sollen, dann sollte er es als seine journalistische Aufgabe, Pflicht und Schuldigkeit ansehen, diese Vorgänge ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

    - Das „Persönlich/vertraulich“ in Woelkis Brief an Marx betrifft doch nur Marx selbst, aber nicht einen Journalisten, dem Woelkis Brief zugespielt wird (und der zudem von Marx´ Antwortbrief erfährt).

    - Die Veröffentlichung verstößt nicht gegen den Pressekodex/„Ehrenkodex“.


    (Nebenbei, auch wenn ich das hier schon zum x-ten Mal schreibe ;) : Frank ist kein „ehemaliger“ Priester, weil es so was nach katholischem (Weihe-)Verständnis gar nicht geben kann, selbst die Formulierung „wegen Heirat laisierter Priester“ wäre ungenau bzw. ein Widerspruch in sich; vgl. meinen Kommentar hier:
    https://kreuzknappe.blogspot.de/2018/04/journalisten-dauerlutscher-fur-joachim.html#comment-form

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie so oft versucht es Leser "Tacheles"
      auch desmal mit einem Wortschwall.
      Das ändert aber nichts an den Fakten, und Tatsache ist,
      dass die Veröffentlichung durch den Reporter des KSTA
      der katholischen Kirche Schaden zugefügt hat.
      Das Papier nach Rom war lediglich eine interne Anfrage
      und sollte gar nicht nach draußen dringen.
      Ich bezweifle, dass Journalisten das MORALISCHE Recht
      haben, interne Unterlagen zu veröffentlichen.
      Hätte der Reporter ein paar Wochen gewartet, dann läge
      die Antwort aus Rom ebenfalls vor, und dann hätte die
      Bischofskonferenz das auch alles zusammengefasst und
      mitgeteilt.
      Es ging dem Reporter wohl mehr um sein eigdenes Ego
      bzw. um die Steigerung der Auflage bzw. Klickzahlen.

      Löschen
  6. Sindbad hat offensichtlich keine Ahnung vom Journalistenberuf. Ein Journalist hat seine Profession verfehlt, wenn er seine Arbeit daran orientiert, dass er der Kirche nicht schaden soll. Dass die Rechtskatholiken, die sonst gerne schreien, was die böse Lügenpresse uns alles vorsätzlich verschweigt, jetzt den Kölner Journalisten bashen, weil er durch seine Veröffentlichung des ihm aus Kirchenkreisen zugespielten Materials "der Kirche geschadet" habe, zeigt, was diese Katholiken wirklich von Pressefreiheit halten: nichts.

    AntwortenLöschen
  7. Naja, Kdl. Müller hat aber vor Jahren (und zum Ärger vieler "Tradis") selbst festgestellt, das ev. Christen auch zur Kirche gehören.
    Daher läuft sein Argument (man dürfe Kommunionempfang nicht von der Zugehörigkeit zur Kirche trennen) komplett ins Leere. Ich verstehe den Mann nicht, seine "Dogmatik" wird mit den Jahren immer unlogischer.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie üblich dreht Jorge den Leuten mal wieder
      das Wort im Mund rum. Soooo hat Müller das damals
      garantiert nicht gesagt.
      Das widerspräche ja auch allen Anstrengungen zur
      Ökumene, denn dann könnte man alles lassen wie es ist.

      Löschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================