Samstag, 28. April 2018

Vorwurf eines Philosophen: Statt Glauben bietet die Kirche vor allem Politisierung!

Die Kirche stelle nicht mehr Glaubensinhalte in den Mittelpunkt, sondern man entwickele sich zu Politisierern und Moralpredigern; daran habe auch Papst Franziskus mit seiner Art Anteil.
Man suche Ersatzthemen wie den Umweltschutz,
weil man hoffe, dadurch noch bei den Menschen anzukommen, die man eigentlich längst verloren habe.
Kann man dem zustimmen, oder ist das übertrieben, was Dr. Alexander Grau schon vor einigen Monaten beanstandete?

Man lese das Interview mit dem "Deutschlandfunk" ---> HIER !
Sein Buch darüber ---> HIER !
Sein Buch über Religion ---> HIER !
Da hat schon ein anderer Blogger drüber geschrieben ---> HIER !

Kommentare:

  1. Kann man so sehen, ist aber auch etwas einseitig.
    Schaut man z.B. in die Umweltenzyklika des Papstes,
    sieht man, dass politisches Handeln der Kirche vom Evange-
    lium her begründet ist.

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/06/18/volltext_der_enzyklika_laudato_si%E2%80%99/1152216

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  2. Das ist im wesentlichen richtig, aber nicht neu.
    Dieser Vorwurf wird seit Jahren laut.
    Nun eben auch als Buch...

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  3. Dr. Grau beschreibt aus seiner Perspektive als Philosoph die zunehmende Protestantisierung der Katholischen Kirche in wesentlichen Teilen der Welt.

    Die Politisierung ist ein Aspekt, ein anderer ist die Banalisierung der Sakramente, von der Ehe bis zur hl. Eucharistie. Manche nennen das gelebte Ökumene, andere Glaubensverfall.

    Die Forderung des Herrn, Eins zu sein, ist nicht die Aufforderung, deswegen seine Lehre über den Haufen zu werfen.

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  4. Laut Überschrift beklagt Grau, dass die Kirche statt Glauben vor allem Politisierung biete. Doch ehe jetzt katholische (oder auch evangelische) Tradis „Volle Zustimmung!“ rufen – Grau ist keinesfalls Vertreter einen spezifisch „kernkatholischen“ Glaubens, nicht mal ganz allgemein eines traditionellen christlichen Erlösungsglaubens mit der Auferstehung Jesu als Fundament. Zitat Wikipedia:

    „In unterschiedlichen Publikationen wirbt Grau für einen aufgeklärten Protestantismus und wendet sich damit sowohl gegen den herrschenden Linksprotestantismus als auch gegen Vertreter eines konservativen Christentums. Die Metaphysik einer zweitausend Jahre alten orientalischen Erlösungsreligion sei den Menschen des beginnenden 21. Jahrhunderts nicht mehr zu vermitteln, ihre Sprache und Bilderwelt nicht mehr plausibel zu übersetzen. Aber das sei auch eine Chance. Denn es mache den Weg frei für die eigentlich ideologiekritische Botschaft des Christentums. Gegen die Vertreter eines politisierten Christentums argumentiert Grau, dass Jesus von Nazareth keinerlei politische Botschaft verkündet habe, im Gegenteil. Erlösung sei weder in der Welt möglich noch mit Mitteln der Welt. Das Reich Gottes sei inwendig in jedem Einzelnen.

    Oder hier ein Zitat von Grau:

    „(Der Aufstieg des Christentums) von einer kleinen jüdischen Sekte zur römischen Staatsreligion (ist) zugleich die Geschichte der Erhebung und Ästhetisierung Gottes zum antiken Himmels-Cäsaren. Ermöglicht wurde diese monarchistische Umdeutung durch die Ostererzählung. In ihr wird aus dem Gefolterten und Gemarterten der Triumphator über den Tod, der schließlich in den Himmel entrückt. … Nicht Kreuzigung und Martertod standen im Zentrum christlicher Spiritualität, sondern Auferstehung und Überwindung des Todes. … Der Osterglaube versüßlichte die Kreuzesbotschaft. Das Christentum wurde – in den giftigen Worten Heinrich Heines – zum Eiapopeia vom Himmel umgedichtet. Aus der unnachgiebigen Kreuzesbotschaft … wurde der kitschige Gedanke an eine heile Welt am Ende aller Zeiten. So gesehen verdrehte der Osterglaube den Ernst der Karfreitagsbotschaft … ins Infantile und Pagane.“

    https://www.cicero.de/kultur/karfreitag-ohnmacht-als-alleinstellungsmerkmal

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