Samstag, 5. Mai 2018

Deutscher Kommunionstreit: Papst Franziskus hält sich da raus - Praktizierte Synodalität oder ein Schritt zur Kirchenspaltung?

Es ist wohl wie bei meiner kleinen online-Leserumfrage (Infoleiste rechts ---->):
Die Meinungen gehen stark auseinander, und nur ein geringer Teil der Katholiken äußert sich überhaupt (so ha-
ben gestern von 3.600 Lesern meines Blogs gerade mal etwa 130 abgestimmt). 
Die Gräben sind jedoch tief, und das zeigt sich auch bei den deutschen Bischöfen bezüglich der aktuellen Kommunion-Debatte, was die nichtka-
tholischen Ehepartner betrifft. 

Wie eigentlich zu erwarten, lobt der Jesuitenpater Bernd Hagenkord von "Radio Vatikan" die auffallende Zurückhaltung des Papstes beim gestrigen Treffen deutscher Bischöfe mit Vatikan-Vertretern (---> HIER !) ganz ausdrücklich: Papst Franziskus habe zwar persönlich zu dem Gespräch eingeladen, sei aber nicht dabei gewesen, und das sei doch zusammen mit seinen typischen Erklärungen, bei denen er sich "nie so geäußert" habe, "dass im Vorhinein schon alles klar wäre", ein ge-
lungenes Beispiel
, wie der Papst das Prinzip der Synodalität ernst nehme... ---> HIER !

Das sehen manche Katholiken vermutlich völlig anders, wie auch schon
das gestrige vorläufige Abstimmungsergebnis bei meiner Umfrage zeigt.
Der Kommentator des Kölner "domradios" meint, der Papst sage, was die Weltkirche betrifft, nichts Eindeutiges, nichts Verbindliches und han-
dele klug, wenn er sich nicht selbst auch noch in die gleiche Not bringt
wie die deutschen Bischöfe (---> HIER !)
Wenn z.B. in einem Land die wiederverheiratet Geschiedenen zur Kom-
munion gehen dürfen und 800 Kilometer weiter im Nachbarland nicht, dann sehen manche Katholiken dies als ein Beispiel des Trends zu einer unausgesprochenen, aber faktischen Kirchenspaltung. 

Die Geschichte wird zeigen, welche Seite mit ihren Vermutungen eher richtig liegt...

Kommentare:

  1. ein Priester (76 Jahre)5. Mai 2018 um 09:44

    Die Synodalität ist ein Grundprinzip der Kirche
    und ebenso sinnvoll wie christlich.
    Es ist aber ein verhängnisvoller Irrtum, die Synodalität
    bezöge sich auch auf Fragen der Dogmatik.
    Das scheint Pater Hagenkord noch nicht bemerkt zu haben.

    AntwortenLöschen
  2. Was den Link zu Pater Hagenkord betrifft,
    der ist ja bekannt dafür, dass er auch gerne mal
    ein paar Leserbriefe verschwinden lässt.
    Doch in seinem diesbezüglichen Text findet sich darunter
    eine Leserzuschrift (noch),
    die es auf den Punkt bringt:

    "Wenn im Vorhinein nie alles klar ist, dann bleibt es auch hinterher unklar. Man könnte den Eindruck haben, dass es Absicht ist, alles in der Schwebe zu halten. Das finde ich nicht gut. So funktioniert keine Gesellschaft und auch nicht die Kirche. Das fördert die Spaltung und hindert die Einheit, nach der sich Jesus so gesehnt hat."

    Machen wir uns nichts vor:
    Wenn man wichtige Kernfragen des Glaubens zur regionalen
    Abstimmungssache macht, hat man einen großen Schritt nach
    vorne getan... und zwar in Richtung evangelischer Frei-
    kirchen und ähnlichen.

    AntwortenLöschen
  3. Es kann in Glaubensfragen, die das Innerste der Kirche berühren, keine Subsidiarität oder Synodalität geben. Wir haben in der vergangenen Woche den heiligen Kirchenvater Athanasius gefeiert. Der könnte davon ein Lied singen, wohin ihn und andere das gebracht hat.

    AntwortenLöschen
  4. Der "Kreuzknappe" bemüht sich ja wenigstens noch um einiger-
    maßen neutrale Aussagen, aber unsere Tradis sind schon wieder
    im üblichen Schnappatmungsmodus.
    Wenn in Deutschland ein evangelischer Christ bei den Katholiken
    zur Kommunion geht, dann fällt in China noch nicht mal der
    bekannte Sack Reis um.
    Lasst ihn doch gehen!
    Ein Theologie-Professor sagte mal auf die provozierende
    Frage eines Studenten, was denn geschehe, wenn ein Hund
    eine konsekrierte Hostie schnappte, die heruntergefallen ist.
    Der Professor: "Der Herr wird sich schon zurückzuziehen
    wissen!"

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hunde sind Wesen mit ausgeprägtem Beißreflex, nicht wahr, Aufgeklärter? Traurig, dass der Knappe solche Beleidigungen freischaltet.

      Löschen
    2. Die Episode mit dem Hund scheint sehr beliebt zu
      sein und geht vermutlich auf einen der Kirchenväter
      zurück; jedenfalls wurde sie uns auch von unserem
      Dogmatik-Professor in der Hochschule der Pallottiner
      genau so erzählt.
      Sie trifft den Nagel auf den Kopf, weil es schließlich
      Jesus ist, der sich uns schenkt, und da liegt es
      letztlich in seinem Ermessen, zu wem er kommt.

      Löschen
    3. Es liegt allerdings im Ermessen des Gläubigen die Voraussetzungen zu schaffen, dass der Herr kommen kann. Ein Hund kann das nicht, deswegen ist diese Frage nicht provozierend sondern einfach nur saudumm.

      Löschen
    4. Das Beispiel mit dem Hund ist eine bekannte scholastische Streitfrage.
      http://kreuzknappe.blogspot.cl/2018/02/wenn-zwei-evangelische-pfarrerinnen-in.html?showComment=1519544479528#c1122843999735034522

      Es geht nicht, wie @Theodora meinte, auf die Kirchenväter zurück (die hatten anders als die ma. Theologen noch kein materiell-realistisches, sondern ein geistlich-symbolisches Eucharistieverständnis).

      Das Beispiel mit dem Hund ist also nicht "saudumm", wie @Gerd Franken meint, passt aber weder auf Frauen noch auf Protestanten, da beide nicht ontologisch zum Eucharistieglauben unfähig und darum anders als Tiere ohne Weiteres zum fruchtbaren Kommunionempfang fähig sind.
      http://kreuzknappe.blogspot.cl/2018/02/wenn-zwei-evangelische-pfarrerinnen-in.html?showComment=1519547595923#c1084934678396746715

      Löschen
  5. Ich vertraue ganz darauf, dass der Heilige Geist
    gemäß dem Versprechen Jesu seine Kirche durch die
    unruhigen Zeiten führen wird.
    Täglich bete ich dafür.

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================