Samstag, 12. Mai 2018

Katholiken: Die einen sind "Gottprotze", und andere leiden unter ihrem schwachen Glauben!

Dieser Artikel ist nur ein humorvoll-augenzwinkerndes Streiflicht, geprägt auch durch eigene und mir zugetragene Erlebnisse und ist ebenso unvollständig wie subjektiv, denn selbstverständlich gibt es auch noch andere "Glaubens-Typen" als diese. Aber dennoch:
"Schöne Scheiße...!" 
So brachte es ein katholischer Bloggerkollege im Jahr 2013 auf den Punkt, was ihm damals passiert ist: Er hatte das Gefühl, nicht wirklich zu glauben, sondern immer mehr vom Glauben abzufallen.
Die Sache mit dem Vertrauen "in das Unsichtbare", eine Grundvoraus-
setzung des Glaubens, überforderte ihn damals "heillos". Und deshalb
sitze er enttäuscht zwischen sämtlichen Stühlen, schrieb er...
Lieber Blogger-Kollege, liebe Leserinnen und Leser!
Ich vermute mal, dass es nur wenige von uns gibt, die von Glaubenskrisen verschont geblieben sind. Diejenigen Mitchristen, deren Glaube so un-

erschütterlich ist wie der Himalaya, sind mir selbst eher schon ein bisschen unheimlich. Zuweilen kommt es mir sogar so vor, als hätte ich mit denjenigen Zeitgenossen, die so tun, als hätten sie eben noch mit dem lie-
ben Gott am Frühstückstisch gesessen
, mehr persönliche Schwierig-
keiten als mit denen, die immer wieder um ihren Glauben ringen müssen.

Bevor ich in einem zweiten Artikel am morgigen Sonntag auf das Thema Glaubenszweifel eingehe, bin ich mal gespannt, ob es Leser gibt,
die per Kommentar etwas beitragen können/möchten.

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Vielleicht ist ein Erlebnis aus dem längst gelöschten "Predigtgarten" für jenen Bloggerkollegen etwas tröstlich:
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"Mitten in der Fastenzeit. Ein bußwilliger Christ, der nicht genannt sein möchte, besucht ein Seminar über Sinn und Praxis des Fastens. Das Ange-
bot ist ein Renner, die Veranstaltung ausgebucht. Von wer weiß woher überall kommen die Teilnehmer. Bußandacht zu Beginn, anschließend stille Betrachtung vor dem Tabernakel. Offenbar gut durchtrainierte Katholiken, denen eine ganze Stunde auf Knien eine der leichtesten Übungen ist, während dem Berichterstatter die Beine schmerzen und
der kalte Schweiß ausbricht.

Dann ab in den Seminarraum. Einführender Vortrag, monoton gesprochen und über eine Stunde lang. Der Berichterstatter kämpft nach seiner langen Autofahrt mit dumpfen Hungergefühlen im Bauch und aggressiver Müdig-
keit im Kopf. Sein vorsichtiger Blick in die Runde beunruhigt ihn: Er ist wohl der einzige, der nach einer anstrengenden Woche in den Seilen hängt. Alle Blicke in der Umgebung kleben an den Lippen des Referenten.
Böse Vorahnungen beschleichen den offensichtlichen Schlaffi. Endlich Pause, 10 Minuten. Der Berichterstatter (kurz „BE“) schöpft wieder vorsichtige Hoffnung, die Veranstaltung lebend zu überstehen.
Was folgt, ist die Aussprache. Jeder, der etwas zu sagen hat, darf sich äußern und will es anscheinend auch. Es zieht sich. Viele große und noch größere Glaubenshelden hier. „Ich faste mittwochs und freitags, aber richtig“, erklärt ein grauer Herr mit der Statur einer Bohnenstange.
Alles nickt anerkennend, und es folgen fast ein Dutzend Bekenntnisse ähnlicher Güte.
Der BE rutscht auf seinem Stuhl unruhig hin und her. Er selbst ist froh, wenn er daheim irgendwie zwischendrin und ausnahmsweise mal einen einzigen Fasttag hinbekommt. Und nun sitzt er hier unter Olympia-
kämpfern der Askese, scheint es. Einer heiliger als der andere. Es würde den BE nicht wirklich wundern, wenn die alle Weihwasser pinkeln. Hoffentlich fragt ihn niemand nach seinen eigenen Erfahrungen, schießt dem BE ständig wieder durch den Kopf. Ein armes Würstchen ist er, eine katholische Null, das wird ihm jetzt vollends klar. Ein Häufchen Elend, zusammengekauert auf seinem Stuhl, ständig die moralische Hinrichtung fürchtend.
Während die entgegen der Redewendung absolut geruchlosen Eigenlobe das erste Hundert längst überschritten haben, sinniert der BE nur noch, wie er möglichst unauffällig das Seminar-Ende für sich persönlich vor-
verlegen kann.
Es ist wohl nicht sein Tag heute, denn jetzt klingelt auch noch sein Handy. Hastiges Aufspringen mit knallrotem Kopf. Draußen
vor der Tür tiefes Durchatmen.
Nie wieder – das war Buße pur, findet der BE.

Wie von selbst schieben sich die Beine unaufhaltsam in eine ganz be-
stimmte Richtung. Endstation ist eine Imbissbude. Der Mund des BE öffnet sich, und er hört sich sagen:
„Bitte einmal Currywurst mit Pommes. Mit allem…!“
Der (von sich) enttäuschte Kollege -
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Kommentare:

  1. In der Tat dürfte es den meisten von uns so gehen: Irgendwann meint man, im Glauben keinen Halt mehr zu finden. Mein Rat ist altbacken, aber meistens wirkungsvoll: Durchhalten!
    Aus vielen Krisen, auch in der Ehe, kommt man gestärkt wieder heraus.
    Und noch ein Rat: Nicht alles mit sich alleine ausmachen im stillen Kämmerlein!

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  2. Manches was unsichtbar ist, ist dennoch fühlbar. (Beispiel: Elektrischer Strom, Grippeviren ....) Manches kann man nicht sehen, aber riechen (- den Duft nach Kuchen im Treppenhaus aus der Wohnung ganz oben ;-) ) Manches Unsichtbare kann man hören ( den Wind in den Weiden ...) Gott kann unsereiner sehr selten sehen, auch nicht hören und nur ganz wenig fühlen. Riechen wohl noch weniger. Außer er will es. Ich kenne wie fast alle Menschen diese heftigen Zweifel. Das Einzige was mir da hilft ist der Gedanke an Jesus. Die Berichte über sein Leben "unter uns" und über seine Worte sind so absolut glaubhaft für mich. Und weil er versichert hat, dass ER und der Vater eins sind, und dass es den Himmel gibt, versuche ich immer an ihn zu denken, wenn es mich mal wieder überkommt, dass alles, was über Gott gesagt wird, ja eigentlich gar nicht sein kann. Das ist das Einzige, was mir da hilft.

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  3. Mein Tipp wäre: Bei Exerzitien oder Kursen im Kloster anmelden. Da sind oft sehr kompetente Leute!

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