Sonntag, 13. Mai 2018

Von Zweifeln regelrecht gefangen: Ach, wenn ich doch nur glauben könnte!

Das mit dem Glauben können ist ein ganz, ganz weites Feld. "Ja, ja, der liebe Gott hat einen großen Zoo", pflegte ein alte, weise Dame des öfteren zu sagen, um die enorme Bandbreite mensch-
licher Reaktionen zu beschreiben.
Während etwa der Optimist das Glas Wasser immer noch als halb voll betrachtet, ist dieses für den Pessimisten leider schon halb leer, und das ganz grundsätzlich und aus Prinzip.
So ist das auch beim Glauben: Der eine*) ist innerlich so gestrickt, dass für ihn auch nur der Hauch eines Glaubenszweifels völlig undenkbar ist. In einem früheren Artikel aus dem "Predigtgarten" heißt es da ironisch brutal: "Es würde (mich) nicht wirklich wundern, wenn die alle Weihwasser pinkeln" ---> KLICKEN !

Doch daneben gibt es eben auch noch eine ganze Reihe anderer "Glaubens-
typen". Der von seiner Grundstimmung her insgesamt eher negativ einge-
stellte Mensch wird es mit dem Glauben vermutlich auch nicht gerade einfach haben. Der Zweifel ist ihm von seinem Charakter her fast schon
mit in die Wiege gelegt worden. Das Glas Wasser ist für ihn eben halb leer, und damit basta. 

In den meisten Fällen wird es diese beiden Extreme eher nicht "reinrassig" geben. Zwischen weiß und schwarz gibt es noch eine Menge Schattierungen in grau. So manchem kommt der Glaube einfach irgendwann im Leben abhanden. Während dies bei dem einen vielleicht ein Schicksalsschlag sein kann, der ihn in die Krise stürzt, ist es beim anderen ein ganz unauffälliger, schleichender Prozess, der den Glauben immer mehr aufweicht.   

Es fängt harmlos an (der teuflische Spruch "Einmal ist keinmal - sei doch nicht so streng dir gegenüber"), wie etwa mit nur noch monatlichem Messbesuch, dann nur nach an ganz hohen Festtagen, und schließlich...
Dementsprechend gibt es auch nicht das perfekte Rezept, wie man (wie-
der) zum Glauben finden kann. Wo der Boden zubetoniert ist, wird kein Samenkorn wachsen können. da muss erst grundlegend etwas geändert werden...

Oft ist es so, dass Menschen, die am Glauben (ver-)zweifeln, sich geradezu danach sehnen, glauben zu können. Doch es will und will ihnen nicht ge-
lingen. Zu groß sind die Vorbehalte, die Sperren, die Bedenken. Unüberwindbar wie eine himmelshohe Mauer, womöglich noch mit see-
lischem Stacheldraht obendrauf, da könnte auch ein wunderbarer Seel-
sorger nichts ausrichten, weil sein Gegenüber einfach "dichtmacht"...

*) die weibliche Anredeform ist immer mitgemeint!
(Morgen folgt der letzte Teil: "Von Zweifeln geplagt  -- Pack doch endlich mal dein Geschenk aus!")

Kommentare:

  1. Ist das dann ungerecht von Gott,
    dass er den einen als gutgläubigen Menschen ausgestattet hat,
    der alles sonnig sieht, und den anderen als schwermütigen
    Nachdenker, der überall Probleme sieht?!

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    1. Nein, Ricarda,
      denn Gott hat jedem auch den Verstand und das Gewissen
      geschenkt, sodass sich keiner rausreden kann!

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  2. Naja, so einfach sollte man es sich aber nicht machen,
    von wegen Optimist und Pessimist.
    Manch einer will auch gar nicht glauben, das muss man auch
    mal so deutlich sagen. Das Motto heißt: Ich will Spaß,
    ich will Geld, ich will Urlaub - ich will alles, so lange
    ich es noch kriegen kann!
    Wir erleben es doch jedes Jahr, wie die Seelsorger sich vor
    der Kommunion redlich bemühen, die Kommunionkinder in den
    Glauben einzuführen, und dann sehen wir immer wieder, dass
    ca. ein Viertel der Eltern das regelrecht ignoriert und
    boykottiert, indem man noch nicht mal die Hl. Messe besucht.
    Bei uns habe ich es immer wieder erlebt, dass die Kinder
    vor der Erstkommunion von den Eltern bis an die Kirche ge-
    fahren wurden, dann fuhren die Eltern wieder weg, um daheim
    in aller Ruhe zu frühstücken, und die Kinder saßen allein
    in der Kirche.

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