Dienstag, 15. Mai 2018

Wie ein evangelischer Christ auf dem Katholikentag zum Kommunionempfang genötigt wurde...

Bloggerkollege Dr. Josef Bordat, der auch für die "TAGESPOST" arbeitet, war auf dem Katholikentag in Münster. Er schildert die Veranstaltung durchaus wohlwollend als "gelungenes Großereignis", und er sei "sehr zufrieden".
Das wollen wir einfach mal festhalten, damit er nicht
gleich fälschlich von Lesern in die Tradi-Ecke gedrückt wird.

Was er allerdings bei der Kommunion beim Abschlußgottesdienst erlebt hat, hat ihn an seine "Schmerzgrenze" geführt, wie er schreibt.
Wie bei solchen Events üblich, wanderten Kommunionhelfer über den Platz, um zum Empfang der Kommunion zu ermuntern. 

"Habt ihr schon?" - so sei er und die in seiner Nähe Stehenden gefragt worden, und als ein junger Mann neben Dr. Bordat der großzügigen Kommunionverteilerin zu erklären versuchte, er sei evangelisch, bekam
er postwendend von ihr zur Antwort "Ist doch nicht schlimm!" - und dann "drückte (sie) dem sichtlich irritierten jungen Mann eine Hostie in die Hand, die dieser dann auch konsumierte", liest man im Bordat-Artikel... ---> HIER !

Die Helferin habe ignoriert, dass der junge Mann eigentlich
die Kommunion gar nicht wollte,
und deshalb lautet die Überschrift seines Artikels auch passend und kurz "Erpresste Ökumene". - Offenbar wolle man in bestimmten Kreisen der Kirche einfach "Fakten schaffen", um in der Ökumene voranzukommen. 

Was wohl Bischof Kohlgraf (---> HIER !) dazu sagen würde, ohne das Gesicht zu verlieren?

Kommentare:

  1. Helmut Schneider15. Mai 2018 um 07:31

    Der Bordat-Artikel konfrontiert bischöfliche Luftschlösser
    à la Kohlgraf mit der Realität.
    Das überrascht nur die Bischofsmehrheit, Katholiken an der
    Basis dagegen nicht.

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  2. Mich hat am meisten geschockt, wie würdelos die Kommunion-
    helferin mit dem Leib Christi durch die Reihen zieht, so als
    habe sie Popcorn oder Eis anzubieten: Wer hat noch nicht,
    wer will noch mal?
    Kann es sein, dass das verantwortliche ZdK die Kommunionhel-fer gar nicht ordnungsgemäß ausgebildet hat?
    Kann es sein, dass die eingesetzten Kommunionhelfer gar kei.
    nen Lehrgang mitgemacht haben und keine bischöfliche Beauf-
    tragung besitzen?
    Man bedenke, dass dies ja nur die Spitze des Eisberges ist,
    der nur zum Vorschein gekommen ist, weil Dr. Bordat dies
    veröffentlicht hat, sonst hätte niemand davon erfahren.
    Weder Bischöfe noch Medien interessieren sich für liturgi-
    sche Missbräuche.

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  3. ROSENKRANZMUTTI15. Mai 2018 um 08:02

    Zu diesem Skandal müsste es eigentlich im ZdK
    eine gründliche Nachforschung und Konsequenzen für solche
    aufdringlichen Kommunionhelfer geben.
    Aber man kann Wetten abschließen, dass wieder mal alles
    unter den Teppich gekehrt wird.

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  4. Wenn Herr Bordat den Katholikentag als "gelungenes Großereignis" darstellt und persönlich "sehr zufrieden damit" ist, dann ist das seine Sache. Ob das allerdings als "Entschuldigung" für eine eventuell vorhandene traditionalistische Einstellung sein könnte, ist ein Kniefall für die Tradi-Hasser und Tradi-Opfer, die sich hier als Kommentatoren outen und in schöner Regelmäßigkeit ihre Ergüsse unters Volk bringen. Was bitteschön ist schlimm daran ein Traditionalist zu sein? Richtig: Nichts! Wenn Bordat den massenhaft oder vereinzelt auftretenden unwürdigen Kommunionempfang auf einem gelungenen Großereignis bemerkt, dann ist er, ja was wohl, ein Tradi. Wenn von einem gelungene Großereignis für das Glaubensleben in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach so gut wie nix übrig bleibt, dann bin ich ein Tradi. Und das ist auch gut so. Werde mich dafür nicht entschuldigen.

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    1. Ein schöner Beitrag, der die ggw. Spannungen zw. "Traditionalisten" und "Fortschrittlichen" innerhalb des OD und seiner Anhängerschaft aussagekräftig illustriert.

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  5. Sahnetörtchen15. Mai 2018 um 09:15

    Wenn Evangelischen Christen jetzt schon zwangsweise die
    Kommunion zugeführt wird, bleibt als Konsequenz eigentlich
    nur der RÜCKTRITT von ZdK-Chef Prof. Sternberg!

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    1. Von genau was soll Herr Sternberg zurück treten? Von seinem Eucharistie-Verständnis? Von seinen Visionen für die Kirche von Morgen? Dann wäre ein Rücktritt an breiter Front wohl angebracht, mit ihm wohl die Mehrheit der deutschen Bischöfe. Allerdings hat Jesus nicht davon gesprochen zurück zu treten, sondern umzukehren. Das ist ein anderes Brett, welches gebohrt werden müsste.

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  6. Vielleicht will es ja noch jemand hören:

    DER ERSTE BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER (1.KOR 11,27-34)

    Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen. Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden.

    Paulus ein Urtradi!

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    1. Ein für diesen Vorgang wenig passender Hinweis. Der ev. Mann hat Bordats Geschichte zufolge ja mitnichten unwürdig kommuniziert. Zitat: Der weit größere Respekt vor dem Sakrament der Eucharistie lässt sich bei dem jungen Protestanten erkennen. Wie meistens im Leben trifft es also die Richtigen. Mensch denkt, Gott lenkt.

      Sicher beschert uns Bordat binnen Jahresfrist irgendeine rührselige Bekehrungsgeschichte dieses Protestanten ;-)

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    2. Es geht hier ja auch nicht um den Mann in der Geschichte, sondern um den unwürdigen Empfang der Kommunion, so wie der Apostel Paulus es gelehrt hat. Ein Erztradi der ersten Stunde, an dem sich schon viele die Zähne ausgebissen haben.

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    3. Paulus als "Erztradi" zu zeichnen, ist originell, ich meine grds. auch zulässig. Ich mag solche etwas originellen Vergleiche auch. Ein wenig konventioneller kann man den von den echten "Tradis" seiner Zeit als Häretiker betrachteten Paulus aber natürlich auch als "Urprotti" deuten, immerhin galten die von ihm gegründeten Gemeinden in den Augen der damaligen, eher traditionalistischen Kirchenleitung als nicht rechtgläubig und die Neuerungen des Paulus als Teufelszeug. Der Herrenbruder und "Urtradi" Jakobus hat sogar ziemlich rücksichtslos die Beinahe-Lynchung des Abtrünnigen provoziert; und erst der Evangelist Lukas hat ihn nach dem Untergang der Jerusalemer Christen wegen seines nicht zu leugnenden Missionserfolgs großkirchlich rehabilitiert.
      Man kann aus Paulus also alles Mögliche rauslesen, vom Gründer des Christentums bis zum Frauenfeind und Hexengläubigen. Etwas abergläubisch war er auf jeden Fall, man denke an die Episode mit der kleinen Hexe aus Philippi in Apg 16,16ff. (dazu gibt es auch eine schöne, erbauende Predigt von Papst Franziskus mit dem Titel Die Kirche gehört nicht den lauen Christen, https://w2.vatican.va/content/francesco/de/cotidie/2017/documents/papa-francesco-cotidie_20170523_kirche-gehoert-nicht-lauen-christen.html). Diese abergläubische Seiite zeigen auch seine Gedanken über die Krankheiten und Todesfälle in Korinth, die er der unbedachten Herrenmahlteilnahme zuschreibt.

      Zum Thema der "unwürdigen Kommunion" muss man das oben zitierte Wortspiel allerdings sehr sorgfältig lesen, wie ich ja schonmal sagte.
      https://kreuzknappe.blogspot.cl/2018/02/bischofs-versammlung-kardinal-marx.html?showComment=1519340701692#c1371362302272989134
      In Vers 32 zeigt sich Paulus da als Menschenfreund, fast schon Anhänger einer Art Allerlösungslehre. Anders als die meisten der heutigen "Erztradis" glauben, werden die unwürdiglich Kommunizierenden dem Apostel zufolge gar nicht in die Verdammnis befördert, sondern gereinigt und letztlich genauso gerettet wie alle anderen Gläubigen.

      Insgesamt finde ich die m.M.n. treffendste Kurzbezeichnung für die Gestalt des Paulus immer noch bei Daniel Boyarin: A Radical Jew. Wie sich das "radikale" Neuerertum mit der angeblichen "erzkonservativen" Traditionsverhaftung vertragen sollen, müsstest du nochmal erläutern.

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  7. Was da passiert ist, das ist ein schwerer Frevel.
    Man sollte das der Glaubenskongregation melden!

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